Die Wissenschaft des Rasierens

Wie unsichtbare Barcodes das Recycling revolutionieren können

Eifrig trennen wir zu Hause unseren Müll – Papier in die blaue Tonne, Verpackungen in den gelben Sack, Biomüll auf den Kompost, Altglas in den Container… So weit, so klar. Aber mitunter ist es gar nicht so einfach, herauszufinden, welches Material in welche Tonne gehört. Vor allem Materialkombinationen machen uns das Trennen der Wertstoffe manchmal ganz schön schwer. Dieses Problem haben jedoch nicht nur wir am heimischen Recycling-Terminal (aka der 3-fach-Mülleimer in der Küche) – auch die Maschinen in den Sortieranlagen stehen vor der Herausforderung, den Abfall sortengerecht zuzuordnen. Wie Gillette mit Hilfe einer innovativen Technologie die Kreislaufwirtschaft unterstützt, erfährst du in diesem Artikel.

Global Player mit Verantwortung für Umwelt, Klima und Ressourcen

Als ein führendes Unternehmen für Rasurprodukte mit einer mehr als 120-jährigen Geschichte ist sich Gillette seiner Verantwortung für den Schutz von Umwelt und Ressourcen bewusst. Mit mehr als 800 Millionen Kund*innen weltweit kann Gillette eine entscheidende Rolle dabei spielen, signifikante Veränderungen zu bewirken, und möchte nicht nur alle Verbraucher*innen dabei unterstützen, umweltfreundlicher zu handeln, sondern natürlich auch selbst hierbei voran gehen. Und so arbeiten die Forschungs- und Entwicklungsteams bei Gillette und im Mutterkonzern P&G nicht nur daran, die bestmöglichen Rasierer auf den Markt zu bringen, die effektiv, sicher und langlebig sind, sondern sie entwickeln auch innovative Technologien, die zur Ressourcenschonung beitragen.

Innovative Technologie für optimierte Kreislaufwirtschaft

Erfahre hier Hintergründe zum Holy Grail 2.0 Projekt zur Verbesserung der Recyclingfähigkeit von Verpackungen und wie P&G Fortschritt vorantreibt | Gillette DE

Effizientes Kunststoff-Recycling ist nur möglich, wenn die verschiedenen Kunststoffe möglichst sortenrein getrennt werden. Allerdings ist es oft gar nicht so einfach zu erkennen, aus welchen Kunststoffen eine Verpackung hergestellt wurde. Wie praktisch wäre es, wenn der Kunststoff dies in Form eines digitalen Wasserzeichens selbst „verraten“ würde? Genau das ist das Ziel des Projekts „HolyGrail“.

So hat Gillette – wie das gesamte Unternehmen Procter & Gamble – den ehrgeizigen Plan, bis 2030 den Einsatz von Neuplastik in Verpackungen um 50% zu reduzieren, zunehmend Post Consumer Recyclingmaterial (PCR) zu verwenden und die Recyclingfähigkeit der Verpackungen zu verbessern. In vielen Ländern werden die gewünschten Recyclingquoten noch nicht erreicht und der Übergang zu einer effizienten Kreislaufwirtschaft geht erst schleppend voran.

Vor diesem Hintergrund arbeitet Procter & Gamble Hand in Hand mit den wichtigsten Akteuren der Branche daran, die Infrastruktur des Recyclingsystems zu optimieren und eine echte Kreislaufwirtschaft zu unterstützen. Ein Beispiel für diese Bemühungen ist die industrieübergreifende Initiative HolyGrail. Dahinter verbirgt sich eine innovative Technologie, die Verpackungen mit digitalen Wasserzeichen versieht, mit deren Hilfe Kunststoffe schneller und genauer sortiert werden können. Diese Technologie wurde von P&G-Wissenschaftler*innen entwickelt und später mit Partnern in der Industrie geteilt. Inzwischen steht das Projekt unter der Schirmherrschaft der AIM – dem Europäischen Markenverband – und wird unterstützt von der Alliance to End Plastic Waste. Mehr als 160 Mitgliedsunternehmen und Organisationen aus der gesamten Wertschöpfungskette engagieren sich im Projekt „HolyGrail 2.0“– darunter auch Procter & Gamble.

Intelligente Sortierung von Haushaltsabfällen

Ziel der gemeinsamen Anstrengungen ist es, eine genauere und intelligente Sortierung von Verpackungsabfällen im großen Maßstab zu erreichen. Denn die bisher noch ineffiziente Sortierung von Haushaltsabfällen in den Recyclinganlagen ist eine der größten Hürden beim Kunststoff-Recycling, die es zu überwinden gilt. Eine genaue Identifizierung der verwendeten Materialien ist jedoch unerlässlich, um ein effizienteres und qualitativ hochwertigeres Recycling und damit eine optimale Kreislaufwirtschaft zu erreichen. Hier kommen digitale Wasserzeichen ins Spiel: Sie haben das Potenzial, die Sortierung von Verpackungen zu revolutionieren, da sie neue Möglichkeiten eröffnen, die mit bestehenden Technologien derzeit nicht realisierbar sind.

Klein wie eine Briefmarke – aber mit großen Möglichkeiten

Digitale Wasserzeichen haben die Größe einer Briefmarke und werden direkt auf das Etikett der Verpackung aufgebracht oder in die Form geprägt. Sie können eine breite Palette von Attributen tragen. So können sie beispielsweise Informationen zum Hersteller, zur Stock-Keeping Unit (SKU), zur Art des verwendeten Kunststoffs und dessen Zusammensetzung oder zur Lebensmittel- vs. Non-Food-Verwendung liefern.

Wenn eine entsprechend codierte Verpackung nun auf ihrem Recycling-Weg eine Abfallsortieranlage erreicht hat, wird das digitale Wasserzeichen von einer hochauflösenden Kamera an der Sortierlinie erkannt und dekodiert. Anschließend ist das System in der Lage – basierend auf den übertragenen Attributen (z.B. Food vs. Non-Food, Kunststoffart etc.) –, die Verpackungen in entsprechende Recyclingströme zu sortieren. Dies führt zu besseren und genaueren Sortierströmen und folglich zu höherwertigen Rezyklaten, von denen die gesamte Verpackungswertschöpfungskette profitiert.

Unsichtbare digitale Wasserzeichen auf der Verpackung geben Auskunft über verwendete Materialien und helfen beim Recycling | Gillette DE

Praxistest läuft in Kopenhagen

Im Rahmen des HolyGrail 2.0 Projekts hat Procter & Gamble eine führende Rolle im Pilotprojekt in Deutschland eingenommen und lieferte bereits in einer frühen Projektphase wertvolle Erkenntnisse. Im Oktober 2021 startete ein breit angelegter Praxistest der innovativen Technologie in Partnerschaft mit der Stadt Kopenhagen. In dieser „semi-industriellen Testphase“ kommt auch ein Prototyp einer Sortiererkennungseinheit zum Einsatz. In einer nächsten Stufe des Praxistests – und abhängig von den Erkenntnissen aus Kopenhagen – wird die Erprobung im industriellen Maßstab auf ganz Dänemark, Frankreich und Deutschland ausgeweitet. Procter & Gamble unterstützt den Praxistest der digitalen Wasserzeichen mit mehr als 100 Produkten in Europa. Allein in Deutschland nehmen 75 Produkte der Marken Ariel, Lenor, blend-a-med, Pampers, always, Fairy und Gillette teil. Zu den teilnehmenden Produkten zählen unter anderem die Gillette Einwegrasierer Blue3 und Simply Venus.

Technologie für die Zukunft

Neben der Kodierung eines „digitalen Recycling-Passes“ haben digitale Wasserzeichen auch das Potenzial, in Zukunft in anderen Bereichen eingesetzt zu werden. Denkbar sind hier digitale Codes mit Informationen zur Lieferkette, aber auch ein interner Einsatz im Einzelhandel oder für die Verbraucherbindung. Procter & Gamble hat mit der Entwicklung der digitalen Wasserzeichen also eine Technologie mit und für die Zukunft pioniert.



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Autor und Experte